STRESS lass nach…

In unserer schnelllebigen Zeit kommt fast keiner daran vorbei sich nicht zumindest einmal im Leben mit dem Thema etwas genauer auseinanderzusetzen. Auch ich muss immer wieder am eigenen Körper erfahren, wie mich zu viel Stress von Zeit zu Zeit aus der Bahn wirft und meine Gesundheit, sowie mehrere Lebensbereiche beeinträchtigt werden. Aus diesem Grunde beschäftigte ich mich etwas näher mit dem Thema und schrieb auch meine Diplomarbeit darüber.

Stress – was ist das?

Was unseren Vorfahren damals das Leben rettete, wird in der heutigen Zeit von der WHO  als eine der größten Gesundheitsgefahren des 21. Jahrhunderts bezeichnet. Genetisch sind wir noch immer Steinzeitmenschen, jedoch hat sich unser Umfeld und die Herausforderungen welchen wir tagtäglich ausgesetzt sind gravierend geändert.

In unserem Körper läuft damals, wie heute, das Prozedere wie folgt ab:  Nachdem wir einen Stressimpuls wahrnehmen, werden in unserem Emotionszentrum Stresshormone hergestellt. Es ist die Nebennierenrinde, welche Hormone wie Cortisol, Noradrenalin und Adrenalin ausschüttet. Die Herzfrequenz und der Blutdruck steigen, die Verdauung wird verlangsamt, die Bronchien erweitert, auch unser Mund wird trocken, wir beginnen zu schwitzen und Muskeln im Nacken-, Schultern- und Rückenbereich spannen sich an.  In dieser Phase sind wir bereit für Kampf oder Flucht.  Manche Reaktionen laufen dabei so schnell ab, dass wir reflexartig – also ohne zu denken reagieren. In der Steinzeit war dies überlebensnotwendig, denn hätten unsere Vorfahren zum Nachdenken begonnen, als ein Mammut oder ein Säbelzahntiger vor ihnen stand, hätte vermutlich ihr letztes Stündchen geschlagen.

Die Säbelzahntiger der heutigen Zeit sind Zeitdruck, Doppelbelastung, Ängste, belastende Gedanken uvm. Unser Körper reagiert aber heute noch genau wie zu Urzeiten, d.h. es laufen dieselben biochemischen Prozesse ab wie damals beim Steinzeitjäger, der vom Raubtier angefallen wurde. Diese Abläufe haben durchaus ihre Berechtigung, problematisch wird es für uns nur dann, wenn sich Stressreiz an Stressreiz reiht, unser Körper in ständiger Alarmbereitschaft ist und wir unter dem sogenanntem „Dauerstress“ stehen.

Für gewöhnlich teilt sich der Ablauf einer Stresssituation in drei Teile:

  • Bereitstellung der Energien – Anspannung
  • Alarmphase
  • Erholungsphase

Auch zu Urzeiten gab es bereits die „Erholungsphase“ in der der Körper nach der Stresssituation mit Entspannung reagierte – die Hormone wurden „gezügelt“, es entstand körpereigenes Morphium und der Mensch fühlte sich wohl. All das läuft auch heute noch so ab. Doch Reizüberflutung, Fremdbestimmung, Zeitdruck, Versagensängste usw. machen es dem modernen Menschen etwas schwieriger regelmäßig in den Genuss der Erholungsphase zu kommen. Wenn diese selten ist oder ganz ausbleibt entstehen erhöhte Pegel von Stresshormonen welche nicht mehr richtig abgebaut werden und zu gesundheitlichen Problemen führen können.

Dass wir unter Dauerstress stehen, bestätigen auch Messungen mit einem ChronoCardioGramm. Damit kann der Rhythmus, die Flexibilität und das Gleichgewicht des autonomen Nervensystems gemessen werden. Das Zusammenspiel von Sympathikus und Parasympathikus reguliert die Konstant-Haltung des inneren Milieus im Organismus, sowie die Organfunktionen. Der Sympathikus ist das „Gaspedal“ und für die Leistungssteigerung in Stress-, Sport-, und Notfallsituationen zuständig, während der Parasympathikus als „Bremse“ dient, welche für Regeneration und Aufbau körperlicher Reserven zuständig ist – siehe Tabelle.


Organe Sympathikus Parasympathikus
Auge Pupille weit Pupille eng
Herz schneller langsamer
Blutdruck höher niedriger
Bronchien weit eng
Atmung schneller langsamer
Peristaltik geringer/Schließmuskel erhöht (Weitertransport es Inhalts)
Verdauung reduziert gefördert
Speichel-
drüsen
dicker und wenig flüssig und vermehrt

Im Schlaf sollte vorwiegend der Parasympathikus aktiv sein, was leider bei vielen Menschen nicht mehr der Fall ist. In einem Pilot-Projekt an dem ich teilnehmen durfte, wurde dies bei mehreren Personen festgestellt bzw. gemessen. Dieses Projekt sowie die persönlichen Erfahrungen führten dazu, dass ich darüber meine Diplomarbeit verfasste.


„Das IDW schätzt, dass die „Seuche des 21. Jahrhunderts“ jährlich Folgekosten von mehr als 60 Milliarden Mark verursacht. Mindestens ein Drittel aller Krankheiten in den Industriestaaten sind auf Stress zurückzuführen“, so der berühmte Stressforscher Hans Selye.“

www.welt.de

Diese Zeilen wurden bereits vor rund 8 Jahren von Thorsten Dargatz (www.welt.de) verfasst. Leider ist momentan auch noch keine Besserung in Sicht, ganz im Gegenteil. Auch im österreichischen Gesundheitsbericht 2016 stellte man eine Zunahme der psychischen Erkrankungen fest, was durchaus eine Folge von Dauerstress sein könnte.

Aber wer nun glaubt, dass jegliche Stressvermeidung die Lösung ist, der irrt, denn ein gewisser Stresspegel wirkt sich sogar positiv auf unsere Gesundheit aus, dies bestätigte auch eine Studie mit Mäusen, welche Aktivitäten unter leichtem Stress durchführen mussten. Die Tumore wuchsen dadurch langsamer oder schrumpften sogar. Auch der Psychologe Mihály Csíkszentmihályi bezeichnet es als Flow-Erleben, wenn eine Herausforderung in Einklang mit unseren Fähigkeiten und Neigungen steht, denn dann können wir in der Tätigkeit aufgehen.

Stimmt also das Gleichgewicht zwischen Stress- und Erholungsphasen und ist unser System noch nicht zu sehr überlastet, müssen wir uns keine Sorgen machen.

Leider aber schaffen nur wenige eine gute Balance, daher habe ich folgende Punkte in meiner Arbeit noch etwas genauer betrachtet:

Die Kraftwerke der Zelle, insbesondere die Bedürfnisse der Zelle bzw. der Mitochondrien. Vitamine, Mineralstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe, sowie Omega-3-Fettsäuren, Kräuter bzw. Gewürze, welche uns besonders in den stressigen Zeiten unterstützen können.  Außerdem habe ich mich mit folgenden Fragen auseinandergesetzt:

„Wie wichtig ist die Flüssigkeitszufuhr?“

„Welche Vorteile bietet die LOGI-Methode und Intervall-Fasten?“

„Wie können wir unseren Darm positiv unterstützen?“

Wesentliche Bestandteile zur Ausgeglichenheit bzw. der Burnout- und Krankheitsprävention sind die Bereiche Bewegung, Schlaf und Entspannung. Hier beschäftigte ich mich insbesondere mit dem Einfluss von Bewegung auf unsere Psyche, warum der Schlaf eine wesentliche Rolle in Bezug auf unsere Leistungsfähigkeit spielt und wie Smartphone & Co uns den Schlaf rauben und unsere Schlafqualität beeinträchtigen. Arten der Atmung und die Möglichkeiten unseren Stresspegel zu reduzieren habe ich ebenfalls eingebaut.

Bei meiner Arbeit hatte ich sehr viele AHA-Effekte und kam zu dem Fazit, dass wir den Zivilisationskrankheiten der modernen Zeit nicht ausgeliefert sind, sondern dass wir sehr wohl einen maßgeblichen Beitrag zur Gesunderhaltung unseres Körpers beitragen können. Auch die Ernährung kann unser Wohlbefinden und unsere Energie stark beeinflussen, jedoch ist es das Zusammenspiel von Bewegung, Entspannung, Schlaf/Erholung und Ernährung, was uns letztendlich zu dem machen was wir sind bzw. wie viel oder wenig Energie wir haben.

Auch ob wir gesund sind oder nicht hängt von mehreren Faktoren ab. Allein die Umstellung der Ernährung, sowie die Einnahme von Nahrungsergänzungsmittel, vollbringt keine Wunder. Es macht Sinn etwas genauer hinzusehen und unsere Gewohnheiten zu überdenken.

Quellenangaben:

  • OTX World/Nr. 99/Dezember 2013, S.44
  • https://www.asz.at/de/services/lesenwertes/stress-ist-eine-der-groessten-gesundheitsgefahren-des-21-jahrhunderts/ – Zugriff 26.10.2018
  • https://www.youtube.com/watch?v=9F8FE-r9BvA
  • Youtube: SRW Odysso- Das will ich wissen/Warum Stress uns krank macht, Zugriff 26.10.2018https://www.asz.at/de/services/lesenwertes/stress-ist-eine-der-groessten-gesundheitsgefahren-des-21-jahrhunderts/ – Zugriff 26.10.2018
  • Tabelle aus Skriptum „Basiswissen Mensch“ Vitalakademie, S.67
  • www.joysys-blog.com/parameter-der-chronocord-messung
  • https://www.bmgf.gv.at/cms/home/attachments/6/7/3/CH1066/CMS1515593643220/gesundheitsbericht2016.pdf
  • https://www.welt.de/print-warms/article615555/Stress-ist-die-Seuche-des-21-Jahrhunderts-Zugriff am 27.10.2018


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